Zinskurve und Zinsstruktur
Bei Hypotheken

Die gehört zu den wichtigsten Instrumenten bei der Analyse von Sie zeigt auf einen Blick, wie stark sich die Zinsen verschiedener unterscheiden und wie sich die aktuelle Marktsituation entwickelt hat. Wer die Zinskurve versteht, kann Hypotheken besser vergleichen, die passende Laufzeit wählen und fundiertere Entscheidungen treffen.

Erklärung
Was ist eine Zinskurve bei Hypotheken?

Unter der Zinskurve (auch Zinsstrukturkurve genannt) versteht man die grafische Darstellung der Hypothekarzinsen verschiedener Laufzeiten. Sie zeigt, wie hoch die Zinsen beispielsweise für eine eine zweijährige Festhypothek, eine oder eine sind. Die Zinskurve macht sichtbar, wie stark der Zinssatz mit zunehmender Laufzeit ansteigt oder fällt. Sie ist deshalb ein wichtiges Hilfsmittel bei der Wahl der Hypothekarstrategie und der passenden Laufzeit.

Zinskurven verstehen

Die Zinsen kurzfristiger Hypotheken sind in der Regel tiefer als diejenigen langfristiger Hypotheken. Wie gross dieser Unterschied ausfällt, verändert sich jedoch laufend.

Von einer spricht man, wenn langfristige Hypotheken deutlich teurer sind als kurzfristige. Von einer spricht man, wenn die Unterschiede zwischen kurzen und langen Laufzeiten gering sind. In seltenen Fällen sind langfristige Hypotheken sogar günstiger als kurzfristige. Dann spricht man von einer

Die Analyse der Zinskurve hilft dabei, die aktuelle Marktsituation besser zu verstehen und die Vor- und Nachteile verschiedener Hypothekarmodelle einzuschätzen.

Tagesaktuelle Zinskurve
Stündlich aktualisiert

Zielgruppe
Die Zinskurve ist für Hypothekarnehmer wichtig

Viele Immobilienbesitzer achten ausschliesslich auf den aktuellen Zinssatz. Oft ist jedoch die Form der Zinskurve mindestens genauso wichtig.

Die Zinskurve zeigt unter anderem:

  • Wie teuer langfristige Zinssicherheit aktuell ist
  • Ob kurze oder lange Laufzeiten attraktiver erscheinen
  • Wie stark sich verschiedene Laufzeiten preislich unterscheiden
  • Welche Erwartungen der Markt bezüglich der zukünftigen Zinsentwicklung hat

Wer die Zinskurve versteht, kann besser beurteilen, ob eine kurze oder lange Festhypothek aktuell attraktiv erscheint oder ob eine SARON-Hypothek sinnvoll sein könnte.

FAQ

Häufige Fragen
Antworten zur Zinskurve

Die Zinskurve zeigt, wie viel zusätzliche Zinssicherheit kostet. Sie hilft dabei zu beurteilen, ob kurze oder lange Laufzeiten aktuell attraktiver sind. Wer die Zinskurve versteht, kann besser vergleichen und fundiertere Entscheidungen treffen.

Nein. Die Zinskurve ist keine Prognose, sondern zeigt die aktuellen Erwartungen der Marktteilnehmer. Sie liefert Hinweise auf die Marktstimmung, garantiert jedoch keine zukünftige Entwicklung der Hypothekarzinsen.

Die Zinskurve wird unter anderem durch die Inflation, den SNB-Leitzins, die Konjunkturentwicklung, die Kapitalmärkte sowie Angebot und Nachfrage nach Hypotheken beeinflusst. Auch internationale Zinsentwicklungen wirken sich auf die Schweizer Hypothekarzinsen aus.

Nein. Banken, und kalkulieren unterschiedlich. Deshalb unterscheiden sich die Zinskurven der Anbieter teilweise deutlich. Der günstigste Anbieter für eine SARON-Hypothek ist oft nicht derselbe wie für eine zehnjährige Festhypothek.

Die Zinskurve macht sichtbar, welche Anbieter bei welchen Laufzeiten besonders attraktive Hypothekarzinsen bieten. Sie ermöglicht einen schnellen Vergleich zwischen Banken, Versicherungen und Pensionskassen und hilft dabei, die beste Hypothek für die eigene Situation zu finden. Dadurch können Hypothekarnehmer in der Schweiz oft mehrere tausend Franken sparen.

Schöne Kurven
Die verschiedenen Formen der Zinskurve

Übliche Form
Steigende Zinskurve

Beispieldaten vom 15. Dezember 2013

Interpretation
Steigende Zinskurve

Bei einer normalen Zinskurve steigen die Zinsen mit zunehmender Laufzeit.

Dies ist die häufigste Form der Zinskurve. Kreditgeber verlangen für längere Laufzeiten eine zusätzliche Entschädigung für das Zinsänderungsrisiko und die langfristige Kapitalbindung.

Eine stark steigende Zinskurve kann darauf hindeuten, dass der Markt langfristig eher mit höheren Zinsen rechnet.

Stabile Lage
Flache Zinskurve

Beispieldaten vom 1. Juli 2020

Interpretation
Flache Zinskurve

Bei einer flachen Zinskurve unterscheiden sich die Zinsen verschiedener Laufzeiten nur wenig oder gar nicht.

In solchen Marktphasen sind langfristige Festhypotheken oft besonders interessant, weil zusätzliche Zinssicherheit vergleichsweise wenig kostet. Eine flache Zinskurve wird häufig beobachtet, wenn der Markt künftig eher sinkende Zinsen erwartet.

Seltene Form
Inverse Zinskurve

Beispieldaten vom 10. Juli 2023

Interpretation
Inverse Zinskurve

Bei einer inversen Zinskurve sind langfristige Hypotheken günstiger als kurzfristige.

Eine inverse Zinskurve tritt selten auf und gilt oft als Hinweis darauf, dass die Marktteilnehmer künftig deutlich tiefere Zinsen erwarten.

In der Schweiz waren inverse Zinskurven beispielsweise Anfang der 1990er-Jahre sowie zeitweise in jüngerer Vergangenheit zu beobachten.

Variation
Anbieterarten

Beispieldaten vom 10. Juli 2025

Zinskurven unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter

Ein wichtiger Punkt wird oft unterschätzt: Jeder Kreditgeber verfügt über seine eigene Zinskurve. Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Anlagestiftungen kalkulieren unterschiedlich. Deshalb kann der günstigste Anbieter für eine SARON-Hypothek bei einer zehnjährigen Festhypothek plötzlich deutlich teurer sein.

Wer die sucht, sollte deshalb nicht nur die Laufzeit vergleichen, sondern immer auch mehrere Anbieter berücksichtigen.

Keine Prognosen
Die Zinskurve zeigt Erwartungen

Die Zinskurve wird oft genutzt, um Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung der Hypothekarzinsen zu ziehen. Wichtig ist jedoch: Die Zinskurve ist keine Prognose.

Sie zeigt lediglich, welche Erwartungen die Marktteilnehmer aktuell haben.

Beeinflusst wird die Zinskurve insbesondere durch:

  • Wirtschaftswachstum
  • Kapitalmärkte
  • Risiko- und Liquiditätsprämien
  • Angebot und Nachfrage nach Hypotheken

Deshalb beobachten Banken, institutionelle Anleger und professionelle Investoren die Entwicklung der Zinsstruktur sehr genau.

Jede ist anders
Ihre individuelle Zinskurve berechnen

Ihr persönlicher Hypothekarzinssatz und so auch Ihre individuelle Zinskurve hängt von zahlreichen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Immobilienart
  • Region
  • Vermögen
  • Laufzeit

Auf HYPOTHEKE.ch können Sie nach dem Erfassen Ihrer persönlichen Angaben, Ihre individuelle Hypotheken-Zinskurve sehen. Sie sehen somit genau, welche Laufzeiten in Ihrer Situation wie teuer sind.